Gudrun Pausewang feiert 90. Geburtstag

Veröffentlicht am: 10.01.2018
Ihre engagierten Bücher sind längst Klassiker, für ihr Gesamtwerk erhielt sie den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises: Gudrun Pausewang, die Grande Dame der deutschen Kinder- und Jugendliteratur, feiert am 3. März 2018 ihren 90. Geburtstag.
Umweltschutz, Frieden und soziale Gerechtigkeit – diese Themen liegen der Autorin besonders am Herzen und ziehen sich als roter Faden durch ihre Bücher. Das würdigte auch die Jury des Deutschen Jugendliteraturpreises, als sie Gudrun Pausewang 2017 den Sonderpreis für ihr schriftstellerisches Gesamtwerk zusprach: „Gudrun Pausewangs umfangreiches, vielfältiges und oft politisch engagiertes Werk ist das einer von Beginn an für ihre Überzeugung einstehenden Autorin.“

Von sozialer Ungleichheit erzählt Gudrun Pausewang bereits in ihrem 1977 erschienenen Jugendbuch „Die Not der Familie Caldera“. Die atomare Bedrohung verarbeitete sie in „Die letzten Kinder von Schewenborn“ (1984). Ein Jahr nach der Katastrophe von Tschernobyl erschien 1987 ihr bekanntestes Buch „Die Wolke“. Darin schildert Gudrun Pausewang den atomaren Super-GAU aus Sicht eines 14-jährigen Mädchens. Dass sie für dieses Buch 1988 den Jugendliteraturpreis erhielt, war ein Politikum. Schließlich bezieht die Autorin darin klar Position gegen die Atompolitik der damaligen Bundesregierung. „Ich schrieb das Buch nicht, um Ängste zu schüren, sondern als Warnung vor einer großen Gefahr“, betont Gudrun Pausewang stets. „Die Wolke“ wurde 2006 erfolgreich verfilmt und rückte mit den Ereignissen in Fukushima im Jahr 2011 erneut in den Fokus.

Ein weiteres Schlüsselthema in Gudrun Pausewangs Werk ist die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Viel Aufmerksamkeit erhielt sie für ihr Jugendbuch „Der einhändige Briefträger“, das 2015 zum 70. Jahrestag des Kriegsendes erschien. Ein sehr persönliches Zeitzeugnis veröffentlichte der Ravensburger Buchverlag 2016 mit „So war es, als ich klein war“. Darin erzählt Gudrun Pausewang von ihrer Kindheit vor fast 100 Jahren.

Neben ihren engagierten Jugendbüchern schrieb Gudrun Pausewang zahlreiche Kinderbücher, die ihre Leser in eine lustige und bunte Welt entführen. Mit den fantasievollen Geschichten vom Räuber Grapsch begeistert sie seit Generationen Kinder.

Gudrun Pausewang wurde 1928 als ältestes von sechs Geschwistern in Wichstadtl (Ostböhmen) geboren. 1943 fiel ihr Vater in Russland, die Mutter floh nach Kriegsende allein mit den sechs Kindern in den Westen. Nach dem Studium war Gudrun Pausewang fünf Jahre lang in Deutschland als Lehrerin tätig, bevor sie 1956 für sieben Jahre nach Chile und Venezuela in den Auslandsschuldienst wechselte. In diesem Zeitraum bereiste sie Süd- und Nordamerika. 1963 kehrte sie nach Deutschland zurück und unterrichtete für vier Jahre in Mainz-Kastel. Ein fünfjähriger Aufenthalt in Kolumbien schloss sich an, bevor sie sich, zwei Jahre nach der Geburt ihres Sohnes, endgültig wieder in Deutschland niederließ. Bis 1989 lehrte sie an einer hessischen Grundschule. Im Ruhestand beendete sie ihr Germanistikstudium und promovierte 1998 an der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Sie lebt heute in der Nähe von Bamberg. Ihre Neugier und Offenheit bewahren ihr nach wie vor einen wachen Blick auf die Welt.

Für ihre Bücher wurde sie vielfach geehrt, darunter mit dem Buxtehuder Bullen für „Die Not der Familie Caldera“ (1977), dem Deutschen Jugendliteraturpreis für „Die Wolke“ (1988) und dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für „Die letzten Kinder von Schewenborn“ (1984).
1999 erhielt Gudrun Pausewang das Bundesverdienstkreuz. Für ihr Lebenswerk nahm die Autorin 2009 den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. in Volkach entgegen. 2017 verlieh ihr der Arbeitskreis für Jugendliteratur für ihr schriftstellerisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises.

Eine Übersicht aller Bücher der Autorin, die im Ravensburger Buchverlag erhältlich sind, finden Sie unter www.ravensburger.net/autoren.

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Pressetext

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